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Lagebild: Barrierefreiheit deutscher Kommunen

Für Städte, Gemeinden und Behörden gilt die Barrierefreiheit ihrer Websites nicht seit gestern, sondern seit dem 23. September 2020 – verbindlich, ohne Ausnahme für kleine Gemeinden. Wir prüfen täglich, wie weit das umgesetzt ist.

46 Prozent der 4.383 geprüften öffentlichen Stellen haben keine auffindbare Erklärung zur Barrierefreiheit – sechs Jahre nach Ablauf der Frist.

Was verlangt wird

Die Pflicht folgt aus der EU-Richtlinie 2016/2102, dem Behindertengleichstellungsgesetz und der BITV 2.0. Drei Punkte daraus lassen sich von außen prüfen:

Was wir finden

BefundBetroffenAnteil
Keine Erklärung auffindbar 1.805 41 %
Erklärung verlinkt, aber nicht erreichbar 226 5 %
Kein Stand der Vereinbarkeit angegeben 1.893 43 %
Kein Hinweis auf die Durchsetzungsstelle 858 20 %
Kein Weg, Barrieren zu melden 42 1 %
Erklärung ohne Datum der Überprüfung 202 5 %
Erklärung vorhanden und vollständig abrufbar 2.352 54 %

Je Bundesland

Zahl der geprüften Stellen und ihre mittlere Gesamtnote (Schulnoten 1 bis 6, gewichtet aus DSGVO, Sicherheit, Barrierefreiheit, Technik und den BITV-Pflichten).

BundeslandgeprüftØ Note
Bayern – Regensburg 367 2,04
Baden-Württemberg – Freiburg im Breisgau 321 1,90
Baden-Württemberg – Tübingen 303 1,92
Bayern – Nürnberg 261 2,00
Baden-Württemberg – Karlsruhe 238 1,93
Bayern – Augsburg 228 1,99
Baden-Württemberg – Stuttgart 149 1,91
Bayern – München 146 1,97
Bayern 126 1,93
Niedersachsen – Oldenburg 91 2,08
Sachsen – Chemnitz 88 2,30
Sachsen – Leipzig 87 2,03
Nordrhein-Westfalen – Düsseldorf 86 1,95
Sachsen – Zwickau 84 2,00
Nordrhein-Westfalen – Köln 83 2,01
Niedersachsen – Hannover 82 2,05
Nordrhein-Westfalen – Euskirchen 78 1,88
Baden-Württemberg 77 1,81
Niedersachsen – Osnabrück 73 1,97
Nordrhein-Westfalen – Essen 71 1,83
Niedersachsen – Göttingen 66 2,20
Nordrhein-Westfalen 62 1,87
Rheinland-Pfalz – Koblenz 61 1,93
Thüringen – Jena 61 2,18
Thüringen – Gotha 55 2,09
Rheinland-Pfalz – Mainz 52 1,85
Thüringen – Gera 51 2,20
Rheinland-Pfalz – Ludwigshafen am Rhein 48 1,82
Sachsen – Dresden 48 2,09
Rheinland-Pfalz 46 1,89
Thüringen – Erfurt 45 2,09
Rheinland-Pfalz – Speyer 40 1,84
Niedersachsen 39 2,13
Mecklenburg-Vorpommern Nord 35 2,06
Brandenburg – 14473–14821 33 2,13
Mecklenburg-Vorpommern 33 1,97
Sachsen-Anhalt – Stendal 33 2,52
Sachsen-Anhalt – Halle (Saale) 31 2,50
Mecklenburg-Vorpommern West 28 1,85
Sachsen-Anhalt – 06682–39111 27 2,35
Schleswig-Holstein – Flensburg 26 2,08
Sachsen-Anhalt – 39112–39325 26 2,12
Brandenburg – Templin 26 2,08
Berlin – 10115–10408 25 1,84
Brandenburg – Frankfurt (Oder) 24 2,04
Brandenburg – 01945–14472 24 2,13
Sachsen 23 1,96
Schleswig-Holstein – Kiel 23 1,78
Schleswig-Holstein – Heide 23 2,09
Schleswig-Holstein – Lübeck 19 1,84
Mecklenburg-Vorpommern Süd 19 2,11
ohne Angabe 19 2,11
Bremen – 28195–28210 18 2,06
Brandenburg 16 2,00
Thüringen 14 2,36
Berlin – 10409–10828 13 1,54
Sachsen-Anhalt 12 2,50
Schleswig-Holstein 11 1,50
Berlin – 10829–13056 11 1,82
Berlin 11 1,82
Berlin – 13057–14197 10 1,60
Mecklenburg-Vorpommern Ost 10 2,10
Bremen 9 2,00
Hamburg 8 2,13
Bremen – 28217–28757 8 2,00
Hamburg – 20253–21106 7 1,57
Hamburg – 20095–20252 5 1,60

Die Noten insgesamt

NoteStellenAnteil
Note 1 – sehr gut 828 19 %
Note 2 – gut 2.694 63 %
Note 3 – befriedigend 745 17 %
Note 4 – ausreichend 22 1 %

Die mittlere Gesamtnote liegt bei 1,99. Technisch sind diese Websites also überwiegend ordentlich gemacht – was fehlt, ist nicht die Technik, sondern die vorgeschriebene Erklärung. Das ist die eigentliche Nachricht dieser Seite: Der Aufwand, die Pflicht zu erfüllen, ist klein.

Was diese Zahlen nicht sagen. Geprüft wird maschinell. Etwa die Hälfte der Anforderungen der WCAG lässt sich so nicht entscheiden – ob ein Alternativtext das Bild sinnvoll beschreibt, ob sich ein Formular mit der Tastatur wirklich ausfüllen lässt, ob die Sprache verständlich ist, sieht kein Programm. Eine gute Note bedeutet deshalb: keiner der maschinell prüfbaren Fehler – nicht „barrierefrei". Umgekehrt gilt: Was wir zur Erklärung zur Barrierefreiheit melden, ist eindeutig. Sie ist da oder sie ist es nicht.

Wie geprüft wird

Jede Stelle wird täglich abgerufen, bis zu zwanzig Unterseiten. Gesucht wird nach der Erklärung zur Barrierefreiheit – über die Adressmuster der Verweise und über die Seitentitel. Wird sie gefunden, wird ihr Inhalt daraufhin geprüft, ob Meldeweg, Durchsetzungsstelle, Stand der Vereinbarkeit und ein Datum genannt sind. Findet sich keine, melden wir das; wo wir uns nicht sicher sind, melden wir nichts.

Der Bestand stammt aus OpenStreetMap (Rathäuser, Ämter und Behörden mit hinterlegter Website). Firmen- und Anschriftendaten von OpenStreetMap und seinen Mitwirkenden (ODbL); Messwerte und Noten sind eigene Erhebung.

Ist Ihre Stelle dabei?
Wir veröffentlichen keine Namen und keine Rangliste. Prüfen Sie Ihre eigene Adresse – das Ergebnis sehen nur Sie.

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Weiterlesen: Was Kommunen konkret erfüllen müssen · Befund-Lexikon – was die einzelnen Mängel bedeuten und wie man sie behebt · Auswertung der Betriebe

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Stand: · Herausgeber: PynkSoft Web Scanner · Die Angaben sind technische Hinweise und ersetzen keine Rechtsberatung.